Wenn rote Kater träumen, träumen sie von roten Katern
Schwäbisches Tagblatt vom 2. Dezember 2004
Was geht in rothaarigen Katern vor, wenn sie sich auf tiefblaue
Schlummertücher kuscheln, deren Halbmond-und-Sterne-Muster
allein fast schon für exquisite Träume garantieren?
In einem wunderschönen kleinen Text-Bildband gibt die Fotografin
und TAGBLATT-Autorin Christine Wawra jetzt die Antwort: Sie
träumen - na, wovon schon? - von rothaarigen
Katern. Aber von solchen, denen plötzlich Elefanten, Möwen,
Berglöwen und andere Tiere begegnen, die sie vorher noch
nie gesehen hatten. Von Katern aber auch, die im Traumreich
das Vertrauen der Mäuse gewinnen, weil sie sie nicht mehr
jagen, sondern beschützen.
All dies sich auszumalen, bleibt freilich der Fantasie des geneigten
Lesers überlassen. Denn auf Wawras Fotos gibt es nur einen
Protagonisten: ihren siebenjährigen Kater Ginger. Der räkelt
sich im Körbchen, döst auf dem Bett, schnürt
durch den Garten und gähnt mit weit aufgerissenem Rachen,
dass es nicht nur für Katzenfreunde eine Lust ist. Zumal
Wawra der Versuchung widerstanden hat, ihren Hausgenossen, wie
dies in so vielen anderen Tierbüchern geschieht, auf niedlich
zu trimmen. ski