Eine Liebeserklärung an Rottenburg
Bildband in der Osianderschen Buchhandlung vorgestellt
Schwarzwälder Bote vom 31. Oktober 2007
Rottenburg. Nicht nur der Stadtverwaltung lag es am Herzen,
wieder einmal einen Bildband über Rottenburg zu machen. Auch
Verleger Titus Häussermann wollte dies seit langem, hatte aber noch nicht
den passenden Fotografen gefunden. Da kam der Zufall ins Spiel.
Häussermann und Christel Werner
saßen im alten Tapeo, als die Fotografin
Christine Wawra vorbeiging, die mit der Verlegerin Werner studiert hatte.
Ein knappes Jahr lang blickte Wawra
dann durch den Sucher auf Rottenburg und die Teilorte. 10329
mal hat sie auf den Auslser gedrckt, hat Wildschweine mit
Äpfeln bestochen, Kinder mit mehr als einer Eiskugel, Erwachsene
mit Eiskaffee, um das Leben in der Stadt festhalten zu knnen.
Aufnahmen von der Landschaft hingen auch von der Jahreszeit
ab. Wawra: "Oft war schnelles Handeln
gefragt" Schnee lag im vergangenen Winter ja nur an drei
Tagen. Und manch leicht anmutende Aufnahme war planerisch
kompliziert.
Das Titelbild erforderte ihren ganzen Einsatz und Mut: "An
jenem Nachmittag war ich froh, aus einer Bergsteigerfamilie
zu stammen." Um dem Wunsch des Lektors nachzukommen, Dom und
Neckar auf einem Bild zu vereinen, musste sie auf den Turm
der evangelischen Kirche hinauf. Die Schwierigkeit, so Wawra bei der Buchpräsentation am Montagabend in der Osianderschen Buchhandlung: "Die Baumeister haben wohl nicht
damit gerechnet, dass später mal jemand ihren Turm besteigen
möchte."
"Jedes Buch über eine Stadt ist eine Form der Liebeserklärung
an sie", sagt Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert.
Deshalb nahm auch er die Herausforderung an, auf zwei Seiten
einen "Parvorceritt" durch die Rottenburger Geschichte zu machen.
Geistreiche und liebenswrdige Untertitel fand er zudem für
die 123 Bilder. Erstmals erscheinen sie in einem Rottenburg-Band
auf Deutsch, Französisch und Englisch. Brgermeister Volker
Derbogen sieht ihn daher als Geschenk
"vor allem für unsere Austauschschüler und die Partnerschaften,
aber auch für Firmen und Vereine".
Wem einzelne Bilder so gut gefallen, dass er sie sich an
die Wand hängen möchte, bekommt gerahmte Abzge bei der Fotografin.
Von Walther Puza